RISC OS

Seit langer Zeit (1990) bin ich Nutzer von RISC OS, dem etwas anderen Betriebssystem. Nachdem es lange Zeit eher düster aussah – der Untergang von Acorn, schmalbrüstige aber trotzdem teure Hardware – erlebt RISC OS derzeit dank des Open-Sourcings von RISC OS 5 durch RISC OS Open Ltd. und den Portierungen auf diverse Developer-Boards wie BeagleBoard, PandaBoard und vor allem natürlich dem Raspberry Pi seinen vierten oder fünften Frühling.

Seit ewigen Zeiten (auch 1990) entwickle ich ein wenig Software für RISC OS. Mein größtes Projekt ist CDVDBurn, einer Brenner-Software für CD, DVD und Blu-Ray, die über hubersn Software verkauft wird.

CDVDBurn wird – es muss damals eine Mischung aus Größenwahn und Optimismus gewesen sein – in Ada 95 entwickelt. Ada ist immer noch meine heimliche Lieblingssprache, obwohl (oder weil?) mein täglich Brot die Software-Entwicklung in Java ist.

Weil ich selten genug Zeit habe, mich intensiv der Software-Entwicklung unter RISC OS zu widmen, die kleine RISC OS-Szene in Deutschland aber trotzdem unterstützen will, schreibe ich regelmäßig kleine Artikel für meinen RISC OS-Blog. Mein Ziel ist, die dritte regelmäßig aktualisierte Informationsquelle für deutschsprachige RISC OS-Nutzer zu werden neben ArcSite und GAG-News.

Im Moment arbeite ich gerade parallel an einigen interessanten Projekten, unter anderem an Software mit dem Thema „für RISC OS, aber nicht unter RISC OS“ – also Tools und Utilities, die den Umgang mit RISC OS-Daten auf Fremdsystemen vereinfachen, beispielsweise die Arbeit mit Emulatoren. Drei Produkte im Stadium „fast fertig“ sind:

  • FilecoreImageReader – ein Java-basiertes Tool, um .adf-Floppy-Images und .hdf-Harddisc-Images im Filecore-Format (also dem nativen RISC OS-Format) einlesen und Dateien und Verzeichnisse daraus extrahieren zu können. Sowohl per Kommandozeile als auch per grafischer Oberfläche. Versteht im Moment D-, E- und F-Format und auch die „+“-Variante, die es seit RISC OS 4 gibt. Beinahe releasefertig, und mit jeder Menge coolen Ideen für die Weiterentwicklung (beispielsweise integrierte Anzeige bestimmter RISC OS-Dateiformate wie Sprites oder BASIC).
  • Isofier – ein Java-basiertes Tool, um ein RISC OS-kompatibles ISO9660-Image aus einem Windows- oder Linux-Dateisystem zu erzeugen, beispielsweise aus dem HostFS von RPCEmu oder VirtualAcorn. Auch hier sowohl Kommandozeile als auch grafische Oberfläche am Start, letztere noch etwas hässlich und rudimentär.
  • ImageTransformer – ein Java-basiertes Tool, um große ISO-Images von CDVDBurn, die bekanntlich in 2 GiB-Teilen ableglegt werden, wieder zu einem großen Image zusammenzufügen. Und natürlich andersrum. Schon ewig „fast fertig“…